Gustav Clemm (Fotografie nach einem Ölgemälde von 1845)
Gustav Clemm (Fotografie nach einem Ölgemälde von 1845); Hessisches Staatsarchiv Darmstadt.

Christian Gustav Clemm

(1814–1866), seit 1831 Student der Theologie, später der Chemie und Cameralwissenschaften in Gießen. Wegen Verbindung zum Frankfurter Wachensturm vom 30. Juli 1833 bis zum 20. März 1834 in Friedberg inhaftiert; nach der Freilassung Mitglied der Gesellschaft der Menschenrechte in Gießen und enger Vertrauter sowohl Büchners als auch Weidigs; anwesend beim Treffen auf der Badenburg und beteiligt an der Vorbereitung der Neuauflage des Hessischen Landboten im November 1834.

Um den 20. März 1835 erste denunziatorische Äußerungen gegenüber Staatsrath Knapp in Darmstadt, fungierte vermutlich als agent provocateur gegenüber August Becker , ermöglichte die Verhaftung Leopold Eichelbergs am 7. April und verriet anschließend in Geständnissen vom 21. April und 2. Mai 1835 alle Beteiligten der Flugschriften-Aktionen um den Hessischen Landboten. Erneute Verhaftung Clemms am 8. Mai; Gnadengesuch an den Großherzog 22. Mai hl-dok-1.7.2. Clemm, Gnadengesuch, 22. Mai 1835; aufgrund eines ärztlichen Gutachtens am 20. August 1835 unter Auflagen freigelassen (zur Beurteilung aus Sicht des Gerichts vgl. Friedrich Noellner: Actenmäßige Darlegung, S. 219–243). Erhielt am 8. Dezember 1838 mit zehn Jahren Zuchthaus die höchste in diesem Verfahren verhängte Strafe, die jedoch durch Amnestie aufgehoben wurde. Später als Apotheker und als Fabrikdirektor in Aussig tätig.

Normdaten (Person): GND 11654368X

Text zuletzt bearbeitet: Januar 2017