LZ 3718
Verlagsbuchhandlung Carl Löwenthal. Prospekt zur „Deutschen Revue“; Mannheim November 1835

Soeben haben wir in 4000 Exemplaren versandt:

Deutsche
Revue,
herausgegeben
von
Gutzkow und Wienbarg.
Erster Band.
Erstes Heft,
erschienen am 1. Dezember 1835.

Noch werden in diesem Jahre 3 weitere Hefte folgen, und einen eignen, für sich bestehenden Einleitungsband dieses großartigen Unternehmens bilden. Von Neujahr ab erscheint wöchentlich eine Lieferung, von denen 13 einen Band machen. Die Deutsche Revue hat das Interesse, die ausgezeichnetsten literarischen Phänomene Deutschlands für sich zu gewinnen. Sie wird alle geistigen Bestrebungen der Nation dem Auslande repräsentieren, und dadurch eine europäische Stellung einnehmen.Schon für die nächsten Hefte können wir von achtbaren Namen die interessantesten Mitteilungen versprechen. Die Namen Gutzkow und Wienbarg verbürgen, was von den Herausgebern selbst in publizistischer, poetischer, kritischer Rücksicht wird geleistet werden. Börne arbeitet an einer Geschichte der französischen Revolution; die Muße, welche sie ihm läßt, wendet er gern der Deutschen Revue zu. Heine sendet uns die Lieder, die er am Strande des Meeres bei Boulogne dichtete. Wilhelm Schulz vergleicht statistisch die Zustände der Nationen, August Lewald skizziert die Sitten des Auslandes, Ed. Beurmann die der Heimat. Eine neue Revision der Lichtenbergischen Erklärung Hogarths ist uns von Franz Kottenkamp, einem tüchtigen Kenner Englands, versprochen worden. Um alle diese Bestrebungen werden Heinrich Laube, Heinrich König, der geniale Verfasser der hohen Braut, Wilhelm Zimmermann und Georg Büchner, der Verfasser von Dantons Tod, die Blumengirlande der Poesie ziehen. Emeritus Scaevola und Leopold Schäfer geben uns Novellen, ihre tiefen mit psychologischen Farben gesättigten Seelengemälde.

Jedem Freunde des Schönen und Belehrenden muß dieses Unternehmen Teilnahme abgewinnen!

Mannheim, im November 1835.

C. Löwenthals
Verlagsbuchhandlung

Überlieferung
Druck: Alfred Estermann (Hg.), „Deutsche Revue“ und „Deutsche Blätter“, Zwei Zeitschriften des jungen Deutschland, 1971, S. 91 f.