LZ 3716
Karl Gutzkow und Ludolf Wienbarg: „Erklärung“; Frankfurt a. M./Augsburg 26. Oktober 1835

Erklärung

Die Unterzeichneten können nicht so grausam seyn, von Hrn. Menzel in Stuttgart, einem Manne, der sich nur noch durch verzweifelte Konsequenz erhält, die plözliche Zurüknahme seiner ästhetischen, politischen, historischen und religiösen Irrthümer zu verlangen. Noch einige Frist gestatten sie ihm, um seine früher gegen sie vorgebrachten Motive zu paraphrasiren. Lächelnd sehen sie zu, wie Hr. Menzel sich selbst als „dem alten bewährten Kämpfer“ vertraulich auf die Schultern klopft, wie er durch Erwähnung des Dr. Kühne Zwiespalt in unsere Reihen bringen will, und sich auf Schriften beruft, welche nur in unserm Interesse geschrieben sind. Worauf wir allein antworten, ist die Verunglimpfung eines unter dem Namen: deutsche Revue demnächst erscheinenden Journals, welches, wenn man Menzels Rodomontaden glauben dürfte, ohne anderweitige litterarische Beihülfe bleiben würde, weil es von den Unterzeichneten ausginge. Wenn wir die empfangene Zusage der Herren Börne, Heine, Laube, Mundt, Veit, Varnhagen von Ense, Grabbe, Spazier, König, Kottenkamp, Lewald, Kolloff, Zimmermann, Beurmann, G. Büchner und W. Schulz erwähnen, wenn auch Universitätsprofessoren, wie Gans, Hotho, Schwenck, Ulrici, Rosenkranz, Fortlage, Bobrik, Trendelenburg Theil zu nehmen versprochen haben, so wird sich Hr. Menzel eine Vorstellung von dem Erfolge machen können, den wir trotz seiner Angriffe in der öffentlichen Meinung gewinnen werden.

Gutzkow. Wienbarg.

Überlieferung
Druck: Außerordentliche Beilage zur Allgemeinen Zeitung, Nro. 430, 26. Oktober 1835, S. 1720